Bremerhaven. Selten vernimmt man in den Medien positive Stimmen zum Mediterraneo. Und auch heute war es wieder mal soweit: Die Nordsee Zeitung berichtet über Steuerschulden von geschätzten 300 000.- Euro. Ich frage mich oft, wenn wir durch dieses nachgemachte Italien schlendern, Quo vadis Mediterraneo? Wohin gehst, worauf steuerst Du zu? Schon bei der Eröffnung seinerzeit fragten wir uns scherzhaft, ob hier nicht bald der größte 1 Euro Laden Deutschlands steht.
Hatten vor kurzem die Geschäftsleute die große Chance vor laufender Kamera Missstände und Probleme anzusprechen, führten ausgerechnet jene Kritiker die meist am lautesten schimpfen den buten un binnen Beitrag ad absurdum indem z.B. der Visconti Chef behauptete, es gäbe keine Probleme. Plötzlich war nichts mehr zu hören von überhöhten Nebenkosten, schlechtem Marketing und angeblich unfähigem Center-Management. Und die Restaurantchefin schob gar die miesen Umsatzzahlen auf die Bremerhavner, die ja nicht bereit sind was neues auszuprobieren – Frei nach dem Motto “was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht”. Doch das kaum einer Lust hat Touristenpreise zu zahlen für teilweise lieblos angerichtetes Essen und Pizzen bei denen die Auflage aus 2 Scheiben Salami besteht (was wir selbst schon erlebt haben), das sagt sie freilich nicht.
Eine Problematik ist vor allem, dass das Center ab vom Schuss ist. Im Winter will kein Mensch über die zugige und äusserst kalte Glasbrücke gehen. Nochdazu findet sich im Mediterraneo nichts das man dringend braucht. Alles was man will und braucht ist im Columbuscenter vorhanden. Hier ist es warm, freundlich und es hat einen gewissen Charme, der zwar altbacken aber reizvoll ist. Ebenso ist es unangenehm, dass im Mediterraneo das Personal meist unfreundlich ist und seinen Frust auf den Kunden überträgt. Oft wirkt das Personal hier so miesgelaunt, dass man die Läden erst gar nicht betreten mag und in der Tür wieder umdreht.
Allgemein kann und muss man sagen: Schade um das hier verbaute Geld! Damit hätte man gerade in Bremerhaven viel Gutes machen können. Und von den versprochenen Arbeitsplätzen ist auch nichts geworden ausser 400.- Euro-Jobs die niemandem wirklich was bringen, weder der Wirtschaft noch den Menschen die hier nicht sozialversichert sind.

















